Gabe der Sondennahrung
Eine sorgfältige Handhabung der Sondennahrung ist entscheidend für eine sichere und gut verträgliche enterale Ernährung im häuslichen Umfeld.
- Die Nahrung sollte stets bei Raumtemperatur verabreicht werden, um Irritationen im Verdauunsgtrakt zu vermeiden. Je nach medizinischer Indikation erfolgt die Gabe kontinuierlich mithilfe einer Ernährungspumpe oder intermittierend als sogenannte Bolusgabe.
- Letztere kommt ausschließlich bei gastraler Sondenlage und funktionierendem Magen-Darm-Trakt infrage. Bei jejunaler Lage, Unverträglichkeiten oder in der initialen Aufbauphase ist die pumpengesteuerte Ernährung verpflichtend.3
Intermittierende Gabe: Dosierung und Pausen
Bei intermittierender Gabe gilt es, pro Portion nicht mehr als 240 ml über einen Zeitraum von mindestens 20 Minuten zu verabreichen, gefolgt von einer Pause von etwa 90 Minuten.4
Um die Ernährungssonde funktionsfähig zu halten und Verstopfungen zu vermeiden, wird die Sonde vor, zwischen und nach jeder Gabe gründlich mit Wasser gespült.
Eine aufrechte Position des Oberkörpers – idealerweise in einem Winkel von mindestens 30 Grad – während und mindestens eine Stunde nach der Applikation hilft zu Hause dabei, Reflux und das Risiko einer Aspiration bei enteraler Ernährung zu vermeiden.5
Verstopfungen der Ernährungssonde
Verstopfungen einer Ernährungssonde entstehen meist durch unzureichendes Spülen oder ungeeignete Medikamentengaben. Hier empfiehlt sich eine vorsichtige Spülung mit stillem oder kohlensäurehaltigem Wasser – Drähte oder mechanische Hilfsmittel sollten nicht zum Einsatz kommen.
Stomapflege und Infektionsprophylaxe
Stomaentzündungen resultieren oft aus Reizungen, mangelnder Hygiene oder Infektionen. Eine trockene, sterile Versorgung sowie die Reinigung von innen nach außen sind essenziell. Bei anhaltenden Rötungen oder Sekretion sollte eine ärztliche Kontrolle erfolgen.
Gewicht im Blick behalten
Auch Gewichtsveränderungen sollten während der Ernährung über eine Magensonde zu Hause genau beobachtet werden: Eine zu geringe oder übermäßige Kalorienzufuhr sowie Flüssigkeitsansammlungen können hier eine Rolle spielen. Regelmäßige Gewichtskontrollen und eine enge Abstimmung mit der Ernährungsberatung sorgen für die nötige Therapiesicherheit.