Vier Frauen. Vier Wege in die Wissenschaft. Eine gemeinsame Mission.

Wissenschaftlerinnen aus unseren Geschäftsbereichen Biopharma, MedTech, Klinische Ernährung und Pharma berichten von ihren Erfahrungen

Anna Rozhkova

Bitte stelle dich kurz vor.

Ich bin seit drei Jahren bei Fresenius Kabi tätig, aktuell als Senior Manager Physicochemical CMC Development. In dieser Funktion arbeite ich an der Entwicklung und Umsetzung der analytischen CMC-Strategie (Chemistry, Manufacturing and Controls) für Biosimilars und bringe strategische sowie wissenschaftliche Expertise ins Team ein. Meine Arbeit trägt dazu bei, qualitativ hochwertige Produkte zu entwickeln, die für Patientinnen und Patienten bezahlbar bleiben.

Ich bin ausgebildete Biochemikerin und habe meinen PhD in Naturwissenschaften an der ETH Zürich abgeschlossen. Seit rund 20 Jahren arbeite ich in biopharmazeutischen Unternehmen – mit Fokus auf Proteinanalytik, innovative Technologien und die Entwicklung analytischer Methoden für das biopharmazeutische Umfeld.

Was hat dich dazu inspiriert, eine Karriere in der Wissenschaft zu wählen?

Schon seit meiner Kindheit wollte ich verstehen, warum Dinge so funktionieren, wie sie funktionieren. In der Schule haben mich naturwissenschaftliche Fächer deutlich mehr interessiert als Sprachen oder Literatur. Dieses Interesse hat mich dazu gebracht, Biochemie zu studieren, anschliessend zu promovieren und schliesslich eine Karriere in der Biopharma-Branche einzuschlagen.

Gab es einen Moment oder Wendepunkt, der deinen Weg geprägt hat?

Der Wendepunkt war meine erste Stelle als Analytical Scientist. Diese Position setzte alles in Bewegung, und 20 Jahre später arbeite ich immer noch in diesem Bereich. Die Analytik spielt eine zentrale Rolle, um sicherzustellen, dass Produkte, die an Patientinnen und Patienten abgegeben werden, konstant hohe Qualitätsstandards erfüllen. In der Biosimilar-Entwicklung wird die Analytik noch wichtiger, da sie einen grossen Teil des Zulassungsdossiers ausmacht.

Auf welche Leistung in deiner Rolle blickst du besonders stolz zurück?

Unter anderem bin ich stolz auf meinen Beitrag zum Aufbau der Analytik für monoklonale Antikörper bei einem früheren Unternehmen. Als ich 2006 eingetreten bin, stand das erste Projekt kurz vor dem Start, und ich habe die initialen physikochemischen Analysemethoden etabliert. In dieser Zeit entwickelte ich zudem eine innovative Methode, die 2009 publiziert wurde.

Wie unterstützt du jüngere Kolleginnen und Kollegen?

Ich teile sehr gerne mein Wissen und meine Erfahrungen, denn es ist besonders bereichernd zu sehen, wie sich Kolleginnen und Kollegen zu starken Fachpersonen entwickeln. Als Gruppenleiterin habe ich jüngeren Teammitgliedern stets den grösseren Kontext erklärt, zum Beispiel wie ihre individuellen Aufgaben mit anderen Projektaktivitäten oder mit der Gesundheit der Patientinnen und Patienten zusammenhängen. Es ist wichtig und motivierend, das grosse Ganze zu sehen und sich bewusst zu machen, dass das übergeordnete Ziel darin besteht, Patientinnen und Patienten zu unterstützen – und dass jede Tätigkeit, egal wie klein, dazu beiträgt.

Was würdest du Mädchen und jungen Frauen raten, die eine Karriere in der Wissenschaft in Betracht ziehen?

Wissenschaft hat nichts mit Geschlecht zu tun, sondern mit Interesse und Leidenschaft. Folge deiner Leidenschaft, bleib neugierig, lerne kontinuierlich weiter – dann wird sich dein Weg ganz natürlich entwickeln.

Anna Rozhkova
Anna Rozhkova, Senior Manager Physicochemical CMC Development, Schweiz, Geschäftsbereich Biopharma

Lucero Rondón

Bitte stelle dich kurz vor.

Meine Ausbildung begann am Loyola Polytechnic Institute in San Cristóbal im Bereich Industriemechanik und führte weiter zu einem Studium im Maschinenbau. Im Laufe der Jahre konnte ich mich bei Fresenius Kabi in Haina (Dominikanische Republik) kontinuierlich weiterentwickeln. Heute arbeite ich im Bereich Automation und unterstütze die Entwicklung und Konstruktion von Anlagen für die Herstellung hochwertiger medizinischer Produkte.

Was hat dich dazu inspiriert, eine Karriere in der Wissenschaft zu wählen?

Schon früh war ich von Natur aus neugierig und wollte den Dingen auf den Grund gehen. Ich habe mich immer dafür interessiert, Alltagsprobleme zu lösen. Dieser Weg hat mich zu einer Karriere geführt, in der ich Systeme verstehen, Ideen strukturieren und mein Umfeld logisch und wirkungsvoll verbessern kann. Gleichzeitig kann ich damit zur Gesundheitsversorgung beitragen, indem ich Produktqualität und Patientensicherheit unterstütze.

Gab es einen Moment oder Wendepunkt, der deinen Weg geprägt hat?

Ein wichtiger Moment war mein Praktikum bei Fresenius Kabi. Dort arbeitete ich an Automatisierungsprojekten und erkannte, wie breit das Feld Maschinenbau wirklich ist. Ich habe realisiert, dass ich – auch indirekt – zum Wohl von Menschen auf der ganzen Welt beitragen kann. Das hat mich motiviert, meine persönliche und berufliche Entwicklung in der Pharmaindustrie weiterzuverfolgen.

Auf welche Leistung in deiner Rolle blickst du besonders stolz zurück?

Ich bin stolz darauf, Teil eines Projekts gewesen zu sein, das die Qualität von Produkten verbessert und deren Verfügbarkeit erhöht hat. Dadurch können mehr Patientinnen und Patienten sicher darauf zugreifen. Auf diesem Weg habe ich auch Herausforderungen erlebt, die mein Selbstvertrauen gestärkt und meinen Fokus auf kontinuierliches Lernen weiter verstärkt haben.

Wie unterstützt du jüngere Kolleginnen und Kollegen?

Ich unterstütze jüngere Kolleginnen und Kollegen, indem ich meine Erfahrungen teile und offen für ihre Ideen bin. Mir ist wichtig zu zeigen, dass Karrieren in Wissenschaft und Technik echten Einfluss haben können. Ich versuche, ein Umfeld zu schaffen, in dem Neugier willkommen ist und Lernen mit Selbstvertrauen stattfinden kann.

Was würdest du Mädchen und jungen Frauen raten?

Ich würde ihnen raten, an ihre Fähigkeiten zu glauben. Wissenschaft und Technik brauchen eine Vielfalt an Ideen und unterschiedliche Perspektiven. Jede Denkweise kann Mehrwert schaffen und echte Veränderungen bewirken.

Lucero Rondón
Lucero Rondón, Mechanical Automation Engineer 3D Design and Machine Modeling, Dominikanische Republik, Geschäftsbereich MedTech

Sejal Gandhi

Bitte stelle dich kurz vor.

Ich sehe mich als wissenschaftlich geprägte Person mit starkem Business-Verständnis. Ich habe Medizin (Ayurveda) sowie Pharma Business Management an der Universität Mumbai studiert. Meine Laufbahn begann in der direkten Patientenversorgung während meines medizinischen Praktikums und später in meiner eigenen Praxis.

Nach knapp zwei Jahren entschied ich mich, zu Fresenius Kabi zu wechseln und die wissenschaftliche Arbeit aus einer anderen Perspektive zu erleben. Zunächst unterstützte ich das Sales-Team wissenschaftlich und führte Schulungen für medizinisches Fachpersonal durch. Heute arbeite ich im Bereich Medical Scientific Affairs und übersetze wissenschaftliche Erkenntnisse, therapeutische Anforderungen und Patientenbedürfnisse in konkrete Strategien.

Was hat dich dazu inspiriert, eine Karriere in der Wissenschaft zu wählen?

Meine Biologielehrerin in der 8. Klasse motivierte uns, an einem Wissenschaftsprojekt teilzunehmen. Unser Team war so erfolgreich, dass wir die nächste Wettbewerbsebene erreichten. Ich wusste damals: Das ist der Weg, den ich gehen möchte. Auch mein Onkel, ein Gynäkologe, hat mich geprägt. Als Kinder besuchten wir oft sein Spital – das hat mich nachhaltig beeindruckt.

Gab es einen Wendepunkt in deiner Karriere?

Nachdem ich in meinem Heimatland umfassende Erfahrungen gesammelt hatte, wollte ich den nächsten Schritt gehen und meinen Horizont international erweitern. Deshalb bin ich nach Deutschland gezogen und habe mich dem Medical Scientific Affairs Team bei Fresenius Kabi angeschlossen. Dort arbeite ich nun seit viereinhalb Jahren.

Worauf bist du besonders stolz?

Ich empfinde grosse Zufriedenheit, wenn ich wissenschaftliche Initiativen vorantreibe, die das Bewusstsein für medizinische Ernährungstherapie stärken und zu besseren klinischen Ergebnissen beitragen. Gemeinsam mit Kompetenzzentren haben wir Real-World-Daten für die Initiative United for Clinical Nutrition beigetragen. Diese Erkenntnisse helfen, Ernährungsbedürfnisse besser zu verstehen und den Beitrag medizinischer Ernährung zur Genesung sichtbar zu machen.

Wie unterstützt du jüngere Kolleginnen und Kollegen?

Ich möchte jüngeren Kolleginnen und Kollegen helfen, ihren Weg in der Wissenschaft zu finden. Ich habe in meiner Karriere früh gelernt, wie wichtig es ist, wissenschaftliche Praxis im realen Umfeld zu verstehen – und genau dazu möchte ich sie ermutigen.

Was würdest du Mädchen und jungen Frauen raten?

Die Wissenschaft entwickelt sich ständig weiter und bietet unglaublich viel zu entdecken. Wenn du gerne jeden Tag Neues lernst, bist du hier genau richtig. Es gibt viele Wege, sich weiterzuentwickeln und zu wachsen.

Jennifer Gehle-Novak
Sejal Gandhi, Senior Manager Medical Scientific Excellence Clinical Nutrition, Deutschland, Geschäftsbereich Nutrition

Nancy Barot

Bitte stelle dich kurz vor.

Ich habe über 20 Jahre Erfahrung in der Forschung und Entwicklung im Pharma- und Medizintechnikbereich. Meine Leidenschaft für die Chemie hat mich zu meiner heutigen Rolle als Analytical Manager bei Fresenius Kabi in Melrose Park, Illinois (USA), geführt. Dort leite ich die Entwicklung und Validierung analytischer Methoden für komplexe Moleküle. Ausserdem unterstütze ich FDA-Zulassungen und arbeite eng mit funktionsübergreifenden Teams zusammen, um analytische Herausforderungen zu lösen und qualitativ hochwertige Ergebnisse in der Forschung und Entwicklung zu gewährleisten.

Was hat dich dazu inspiriert, eine Karriere in der Wissenschaft zu wählen?

Mein Interesse an der Wissenschaft begann bereits in der Schulzeit, bei meiner ersten Säure-Base-Titration. Zu verstehen, welche chemische Reaktion hinter dem Farbwechsel steckt, hat mich sofort fasziniert. Dieser Moment hat meine Begeisterung für die Wissenschaft geweckt, besonders für die Chemie. Diese Leidenschaft lebe ich bis heute in meiner täglichen Arbeit, indem ich analytische Fragestellungen löse.

Gab es einen Wendepunkt?

Dieses erste Titrations-Experiment war ein prägender Moment für mich. Es hat mir gezeigt, wie Wissenschaft unsichtbare Prozesse greifbar und verständlich machen kann. Diese Erfahrung ist mir geblieben und prägt bis heute, wie ich analytische Arbeit und Problemlösung im Labor angehe.

Worauf bist du besonders stolz?

Ich bin besonders stolz darauf, eine farbverändernde antimikrobielle Formulierung entwickelt zu haben, die in Operationssälen eingesetzt wird, um Brände zu verhindern. Für diese Formulierung, die ich bei meinem vorherigen Unternehmen entwickelt habe, halte ich ein US-Patent. Sie trägt zur Sicherheit im Operationssaal bei und hilft, Patientinnen und Patienten sowie das medizinische Personal zu schützen.

Wie unterstützt du jüngere Kolleginnen und Kollegen?

Ich unterstütze jüngere Kolleginnen und Kollegen, indem ich sie bei analytischen Fragestellungen begleite und praxisnahe Einblicke aus meiner Erfahrung teile. Dabei fördere ich gezielt Neugier und eigenständiges Problemlösen, weil beides hilft, Selbstvertrauen aufzubauen und sich fachlich weiterzuentwickeln.

Was würdest du Mädchen und jungen Frauen raten, die eine Karriere in der Wissenschaft in Betracht ziehen?

Folge deiner Neugier und zögere nie, Fragen zu stellen. Wissenschaft lebt von unterschiedlichen Perspektiven, und deine Ideen sind wertvoll. Mit Engagement, Ausdauer und der Bereitschaft, aus Herausforderungen zu lernen, kannst du einen echten Beitrag zur Gesundheitsversorgung und zur Gesellschaft leisten.

Nancy Barot
Nancy Barot, Manager Analytical Development, Research and Development, USA, Geschäftsbereich Pharma